Zertifizierung in der Bioökonomie: Ein Dialog für klare Strukturen und mehr Nachhaltigkeit
Zertifizierung in der Bioökonomie: Ein Dialog für klare Strukturen und mehr Nachhaltigkeit
Zertifizierungen biobasierter Produkte und Prozesse sind ein zentraler Baustein, um die Bioökonomie nachhaltig zu gestalten und Marktzugänge zu erleichtern. Im Rahmen des TransBiB-Projekts wurde ein breiter Stakeholderdialog mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentlichen Akteur*innen und Zertifizierungsstellen geführt. Ziel war es, die Herausforderungen, Bedarfe und Lösungsansätze rund um Zertifizierungssysteme systematisch zu erfassen, um Transparenz zu schaffen und die Nachhaltigkeit biobasierter Wertschöpfungsketten zu stärken.
Die Ergebnisse werden im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 7. Mai im SKZ in Würzburg präsentiert. Gemeinsam werden dort Lösungsthesen und Impulse für den weiteren Diskurs erarbeitet.
Klarer Konsens: Formatübergreifend zeigt sich ein klares Signal: Der „Zertifizierungsdschungel“ braucht mehr Vereinfachung und Transparenz. Die Befragung von 22 Unternehmen unterschiedlicher Größe bestätigt dieses Bild: Zertifizierungen werden mehrheitlich als Voraussetzung für den Marktzugang gesehen, zugleich besteht jedoch ein deutlicher Bedarf an Vereinfachung und Vereinheitlichung. Als wichtigste Treiber gelten Kund:innenanforderungen, während Kosten, Komplexität und mangelnde Transparenz zentrale Hemmnisse darstellen und Innovationen bremsen können.
Auch die weiteren Dialogformate greifen diesen Befund auf: In zwei Workshops mit über 50 Teilnehmenden wurde die regulatorische Landschaft entlang des gesamten Produktlebenszyklus analysiert: von der Markteinführung bis zum Produktlebensende. Dabei wurden sowohl Best-Practice-Beispiele als auch Unterstützungsbedarfe, insbesondere mit Blick auf Marktzugang und Planungssicherheit, identifiziert. Ergänzend dazu beleuchten Befragungen von Expert:innen aus der biobasierten und nachhaltigen öffentlichen Beschaffung die Rolle der öffentlichen Hand als Ankerkunde und Vorbild. Im Fokus stand die Frage, wie Zertifizierungen und Gütesiegel die öffentliche Beschaffung biobasierter Produkte stärken und damit wirtschaftliche Anreize für nachhaltige Wertschöpfungsketten schaffen können.
Zur Orientierung im „Zertifizierungsdschungel“ bietet der TransBiB One-Stop-Shop (OSS) eine Datenbank mit über 120 Zertifizierungssystemen: Eine zentrale Übersicht zu Standards entlang biobasierter Wertschöpfungsketten (für Details siehe hier). Ergänzt wird dieses Angebot durch Schulungseinheiten zu Zertifizierungssystemen in der Bioökonomie.
Wir freuen uns, die Ergebnisse und nächsten Schritte mit Ihnen auf der Abschlussveranstaltung am 7. Mai in Würzburg zu diskutieren, und gemeinsam Lösungsthesen für die Zukunft der Zertifizierung in der Bioökonomie zu entwickeln.