Interview: Rohstoffe in Kaskaden nutzen
Wie lassen sich biobasierte Innovationen schneller in die industrielle Anwendung bringen? Im Interview mit Nachrichten aus der Chemie zeigen TransBIB-Koordinator Romann Glowacki und Wissenschaftler Luis Alberto González Díaz, wie aus vorhandenen Rohstoffströmen neue Anwendungen und Wertschöpfungsketten entstehen können.
In der Bioökonomie ist viel Wissen vorhanden – doch Unternehmen müssen die passenden Technologien, Kompetenzen und Partner auch finden können. Genau hier setzt TransBIB an: Wissen sichtbar und zugänglich machen, Akteure vernetzen und so den Transfer in die industrielle Praxis beschleunigen.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Interview am Beispiel von Weizenkleie. Der Nebenstrom aus der Mühlenindustrie enthält Phytinsäure, die für verschiedene industrielle Anwendungen interessant ist. Gleichzeitig eröffnen sich auch für die phytinfreie Kleie neue Nutzungsmöglichkeiten – beispielsweise in der Lebensmittelindustrie.
Für Romann Glowacki ist das ein typisches Bioökonomieprojekt: Rohstoffe in Kaskaden nutzen, bestehende Stoffströme möglichst umfassend verwerten und Wertschöpfungsketten neu denken.
Das Beispiel zeigt zugleich: Eine gute Technologie allein genügt nicht. Für den Schritt in die industrielle Anwendung braucht es Märkte, Wissen und vor allem die richtigen Partner. Genau an diesen Schnittstellen bringt TransBIB Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Regionen zusammen.