Wenn aus Gras ein industrieller Werkstoff wird: Was GrasToPlast über erfolgreichen Technologietransfer zeigt
Wie gelingt der Sprung von einer biobasierten Materialidee in die industrielle Anwendung? Das Projekt GrasToPlast zeigt genau diesen Weg. Entstanden ist es im Innovationsraum BioBall, der als Kompetenzhub in das TransBIB-Netzwerk eingebunden war. Auch wenn das Förderprojekt BioBall inzwischen ausgelaufen ist, bleibt GrasToPlast ein gutes Beispiel dafür, wie Forschung, Unternehmen und unterschiedliche Kompetenzen entlang einer Wertschöpfungskette zusammenwirken können.
Im Projekt wurde untersucht, wie Grasfasern aus regionalem Dauergrünland für Kunststoff-Compounds nutzbar gemacht werden können. Inzwischen wurden rund 50 Tonnen Material verarbeitet und mehr als eine Million Spritzgussteile gefertigt – ein klarer Beleg dafür, dass hier der Transfer in die industrielle Praxis gelungen ist.
Entscheidend war nicht eine einzelne technische Lösung. Vom Rohstoff über die Materialentwicklung bis hin zur Werkzeugtechnik mussten verschiedene Entwicklungsschritte aufeinander abgestimmt werden. Genau dieses Zusammenspiel macht GrasToPlast auch aus TransBIB-Sicht interessant.
Was können andere Bioökonomie-Projekte daraus mitnehmen?
GrasToPlast zeigt sehr anschaulich, dass Technologietransfer in der industriellen Bioökonomie selten an nur einer Stelle entschieden wird. Oft braucht es passende Partner, spezielles Know-how, geeignete Skalierungsinfrastrukturen und eine fundierte Bewertung der Umweltwirkungen.
Und genau hier setzen mehrere TransBIB-Angebote an.
Die richtigen Kompetenzen zusammenbringen.
Mit dem Kompetenzpool und der Matching-Plattform können Unternehmen und Forschungseinrichtungen gezielt nach Fachleuten, Technologien oder Kooperationspartnern suchen. Gerade bei Projekten wie GrasToPlast, in denen Rohstoffwissen, Materialentwicklung und Verarbeitungstechnik zusammenkommen müssen, kann diese Vernetzung entscheidend sein.
Den nächsten Skalierungsschritt ermöglichen.
Die TransBIB-Datenbank für Skalierungsinfrastrukturen macht Test-, Pilot- und Demonstrationsanlagen sichtbar. So können Projekte schneller geeignete Möglichkeiten finden, um Technologien unter praxisnahen Bedingungen weiterzuentwickeln.
Nachhaltigkeitswirkungen früh mitdenken.
Bei GrasToPlast wurde projektbegleitend eine Lebenszyklusanalyse durchgeführt. Auch hier bietet TransBIB mit seinem Angebot zur Ökobilanzierung im Kontext der Bioökonomie Unterstützung für zukünftige Projekte.
Transfer beschleunigen, statt jeden Weg neu zu gehen
GrasToPlast zeigt, was möglich wird, wenn die richtigen Akteure und Kompetenzen früh zusammenkommen. Genau hier setzt TransBIB an: Projekte sollen schneller passende Partner, Infrastrukturen und Expertise finden – und damit den Weg von der Idee in die industrielle Anwendung verkürzen.