Vom Forschungsnachweis zur Anwendung: Wie Skalierung Bioökonomie beschleunigt
Eine Technologie kann im Forschungsumfeld überzeugen – der entscheidende Schritt folgt danach: Sie muss unter realen Bedingungen funktionieren, größer werden und wirtschaftlich anschlussfähig sein.
Im Rahmen des vom Bund geförderten Forschungsprojekts „Physics for Food“ wurde an der Hochschule Neubrandenburg und am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald untersucht, wie Kaltplasma unter anderem für den Vorratsschutz eingesetzt und schrittweise skaliert werden kann. Aus diesen Forschungsarbeiten entwickelte sich nun das Start-Up PlasmaGrain Innovation (PGI) mit klarer wirtschaftlicher Perspektive.
Der Fachartikel (hier zum Download) macht damit vor allem eines sichtbar: Zwischen technischer Machbarkeit und wirtschaftlicher Anwendung liegen mehrere Entwicklungsschritte, die gut aufeinander abgestimmt sein müssen.
Als bundesweites Transfernetzwerk will TransBIB dazu beitragen, dass bioökonomische Technologien schneller ihren Weg aus Forschung und Entwicklung in die Anwendung finden. Dazu gehört auch, Unternehmen und regionale Innovationsstrukturen stärker miteinander zu verbinden. „Physics for Food“ selbst ist als Kompetenzhub Teil unseres Netzwerks.
Von 50 auf 100 auf 1.000 Tonnen – genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung.
Im Rahmen der Forschungsarbeiten wurde die Kaltplasmatechnologie zunächst für Silos mit bis zu 50 Tonnen Getreide untersucht und skaliert. Inzwischen können 100 Tonnen behandelt werden; als nächster Entwicklungsschritt sind bis zu 1.000 Tonnen vorgesehen. Solche Schritte brauchen passende Anlagen, Testumgebungen und technische Infrastruktur.
Im TransBIB One-Stop-Shop sind deshalb Skalierungsanlagen aus ganz Deutschland gebündelt. Wer eine Technologie weiterentwickeln möchte, kann dort gezielt nach Test-, Pilot- und Demonstrationsmöglichkeiten suchen – inklusive Informationen zu Kapazitäten und Einsatzmöglichkeiten. So muss die Suche nach dem nächsten Skalierungsschritt nicht jedes Mal bei null beginnen.
Eine funktionierende Technologie ist noch kein Geschäftsmodell.
Aus den Forschungsarbeiten heraus entstand 2025 das Gründungsvorhaben PlasmaGrain Innovation (PGI). Die weitere Skalierung soll die Grundlage für die wirtschaftliche Verwertung schaffen. Geplant sind unter anderem ein Prototyp, die Gründung einer GmbH und der Aufbau eines Vertriebs.
TransBIB will genau solche Transferprozesse beschleunigen. Forschung, Unternehmen und potenzielle Anwender sollen früher zusammenfinden, damit Technologien nicht nach Projektende in der Schublade verschwinden, sondern weiterentwickelt, getestet und in konkrete Anwendungen überführt werden. Dafür schafft TransBIB ein bundesweites Netzwerk und bringt bestehende Kontakte, Kompetenzen und Strukturen stärker zusammen.
Der Weg von „Physics for Food“ zeigt, wie aus einem Forschungsvorhaben schrittweise eine wirtschaftlich anschlussfähige Technologie entstehen kann. Für die Bioökonomie insgesamt liegt darin eine wichtige Botschaft: Gute Ideen brauchen nicht nur Forschung, sondern auch Wege, um größer, sichtbarer und anwendungsnäher zu werden.
Den vollständigen Fachartikel „Mit Kaltplasma gegen Schädlinge“ stellen wir hier zum Download bereit.